Hypothekendarlehen

Bei einem Hypothekendarlehen handelt es sich um eine langfristige zweckgebundene Finanzierung, die dem Kauf, Bau oder der Renovierung von Immobilien dient, welche für private oder gewerbliche Zwecke genutzt werden. Zur Sicherung des Hypothekendarlehens wird eine Hypothek oder eine Grundschuld zu Lasten der Immobilie eingerichtet und im Grundbuch eingetragen.

Die Hypothek ist im Vergleich zur Grundschuld betraglich nicht konstant, sondern nimmt im Verhältnis zu den erbrachten Tilgungsleistungen ab. Durch die Hypothek erwirbt die Bank das Recht, bei ausstehenden Rückzahlungsleistungen nach entsprechenden Mahnmaßnahmen das Objekt zu verkaufen und hierdurch die Kreditschuld zu begleichen.

Die Höhe des Hypothekendarlehens richtet sich nach der Bonität und dem Finanzierungsbedarf des Kreditnehmers und liegt meistens zwischen 50.000 und 750.000 Euro.

Zur Rückzahlung des Hypothekendarlehens steht eine annuitätische oder endfällige Zahlungsweise zur Auswahl. Die annuitätische Tilgung hat den Vorteil, dass durch regelmäßige Zins- und Rückzahlungsleistungen die Verbindlichkeiten gegenüber der Bank gleichmäßig verringert werden können. Die monatliche Belastung richtet sich nach dem Einkommen des Kreditnehmers.

Bei der endfälligen Tilgungsvariante ist der Kreditnehmer während der Laufzeit von Rückzahlungsleistungen befreit und zahlt lediglich geringe Zinsleistungen. Die Rückzahlung des Hypothekendarlehens erfolgt erst am Ende der Laufzeit. Unabhängig von der Art der Kreditrückführung erlischt die Hypothek zu Lasten der Immobilie automatisch mit der kompletten Begleichung aller Kredit- und Zinsschulden.

Hypothekendarlehen mit annuitätischer Tilgung

Das Hypothekendarlehen mit annuitätischer Tilgung ist ein Darlehen, welches in erster Linie für langfristige Finanzierungen, zum Beispiel beim Hausbau oder –kauf, vergeben wird. Die Laufzeit dieses Darlehens kann, je nach vereinbarter anfänglicher Tilgung, bis zu 30 Jahre betragen.

Hypothekendarlehen mit annuitätischer Tilgung weisen grundsätzlich eine Zinsbindungsfrist aus, die jedoch nicht immer mit der Gesamtlaufzeit übereinstimmen muss. In den meisten Fällen werden die Zinsen lediglich zwischen 5-15 Jahren fest vereinbart. Nach Ablauf der Zinsbindungsfrist muss der Kreditnehmer mit der Bank erneut Verhandlungen über die weitere Verzinsung des Darlehens führen.

Während der Laufzeit wird das Hypothekendarlehen mit annuitätischer Tilgung mit einer monatlich festen Raten zurückgezahlt. Diese Rate wird auch als Annuität bezeichnet und enthält sowohl Zinsen, als auch Tilgung. Ist der Tilgungsanteil innerhalb der Rate zu Beginn der Darlehenslaufzeit noch sehr gering, steigt dieser im Laufe der Zeit an, denn durch die Rückzahlung des Hypothekendarlehens reduziert sich die zu zahlende Zinslast.

Wird ein Hypothekendarlehen mit annuitätischer Tilgung vereinbart, sollte der Kreditnehmer immer auch auf die Zusatzvereinbarungen der Banken achten. So zum Beispiel auf die Bereitstellungszeit. Diese gibt an, innerhalb welcher Frist das Hypothekendarlehen vollständig abgerufen werden muss. Auch Sondertilgungen sollten in keinem Darlehensvertrag fehlen.

Die Absicherung derartiger Hypothekendarlehen erfolgt in Abhängigkeit der Verwendung. Wird das Darlehen beispielsweise für den Hausbau verwendet, wird zugunsten der Bank eine Grundschuld eingetragen. Weiterhin ist es möglich, als Sicherheit Sparguthaben oder Kapitallebensversicherungen zu nutzen.

Hypothekendarlehen mit endfälliger Tilgung

Auch das Hypothekendarlehen mit endfälliger Tilgung wird nicht selten von den Kunden im Rahmen einer Baufinanzierung genutzt, um zumindest einen Teil der Gesamtsumme zu finanzieren. Es handelt sich bei dieser Darlehensart um eine spezielle Form des Hypothekendarlehens. Bei einem Hypothekendarlehen mit annuitätischer Tilgung zahlt der Kunde wie bereits dargestellt in Form der monatlichen Darlehensrate zum einen die Zinsen, zum anderen tilgt er auch die bestehende Darlehensschuld.

Diese Tilgung erfolgt bei einem Hypothekendarlehen mit endfälliger Tilgung bis zur Fälligkeit des Darlehens nicht. Stattdessen zahlt der Darlehensnehmer lediglich monatlich den vorher festgelegten Zinssatz für die Inanspruchnahme des Hypothekendarlehens. Da das Hypothekendarlehen mit endfälliger Tilgung aber natürlich auch irgendwann, nämlich am Fälligkeitstag, getilgt werden muss, spart der Kunde das dafür benötigte Kapital anderweitig an. Dies geschieht im Rahmen einer Kapitalanlage.

Oftmals wird daher die Kapitallebensversicherung, ein Investmentfondssparplan oder auch ein Bausparvertrag dazu genutzt, um am Fälligkeitstag des Hypothekendarlehens mit endfälliger Tilgung soviel Kapital zur Verfügung zu haben, dass das Hypothekendarlehen wie vereinbart in einer Summe ablösen werden kann.

Für den Kreditnehmer bieten Hypothekendarlehen mit endfälliger Tilgung den Vorteil, dass diese zumeist schneller zurückgezahlt werden können, als es bei Hypothekendarlehen mit annuitätischer Tilgung der Fall ist. Das liegt einfach an der Tatsache, dass der Darlehensnehmer für eine Kapitalanlage mehr an Erträgen erhält, als er durch die konstante Tilgung des Hypothekendarlehens vergleichsweise schnell an Schuldenabbau erreichen könnte.